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Trivadis unterstützt Team Swissloop bei der Hyperloop Pod Competition

Der Hyperloop ist ein Hochgeschwindigkeits-Transportkonzept, bei dem Kapseln, sogenannte Pods, auf einem Luftkissen durch eine Röhre mit Teilvakuum gleiten. Diese Mobilitätsform geht auf eine Vision von Elon Musk, dem legendären Gründer von Tesla, des bekannten Elektroautos, und SpaceX, der wiederverwendbaren Rakete, zurück. Im Jahr 2015 rief er die „Hyperloop Pod Competition“ ins Leben.

Im Rahmen dieses Wettbewerbs treten jedes Jahr zwanzig Studenten-Teams aus der ganzen Welt gegeneinander an. Ziel ist es, den schnellsten Hochgeschwindigkeits-Pod zu entwickeln und zu bauen, der als Personen- oder Lasttransporter auf dem Hyperloop-System eingesetzt werden kann.


Auch 2019, am 21. Juli in Los Angeles, prämiert SpaceX wieder den besten Hyperloop Pod. Mit dabei ist, wie in den letzten beiden Jahren auch, das Swissloop-Team der ETH Zürich mit studentischen Mitgliedern aus verschiedenen Universitäten. Sie treten dort mit ihrem neuen Prototypen an, den sie momentan, auch mit finanzieller Unterstützung von Trivadis, herstellen.


Um mehr über den Wettbewerb und das Hochschul-Team Swissloop zu erfahren, haben wir bei Daniel Kaufman, Lead Engineer von Swissloop, nachgefragt.

Ganz einfach gefragt: Was ist Swissloop?

Daniel KaufmannDaniel Kaufman (DK): Swissloop ist eine studentische Initiative der ETH Zürich, welche jährlich an der SpaceX Hyperloop Pod Competition teilnimmt. Wir entwickeln innovative Prototypen für Hyperloop-Pods und versuchen so, einen tiefen Einblick in die Machbarkeit eines solchen Personen- und Lasttransport-Systems zu erlangen.

Was ist dieses Jahr anders als in anderen Jahren (ausser dass Trivadis als Sponsor mit an Bord ist)?

DK: Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal unseren eigenen Motoren entwickelt. Es handelt sich dabei um einen Linear-Induktions-Motor. So ein Motor wird zwar schon auf der Schiene eingesetzt, allerdings nicht im Hochgeschwindigkeitsbereich. Eine unserer grössten Herausforderungen ist es, den Linearmotor effektiv für hohe Geschwindigkeiten auszulegen.

Welche Erfolgschancen rechnet ihr euch dieses Jahr ein im Vergleich zu den letzten beiden Jahren?

DK: Unser Ziel ist ganz klar das Finale der Hyperloop Competition. Das ist meiner Meinung nach auch auf jeden Fall möglich. Ob es für einen Sieg reicht, lässt sich schwer einschätzen und – leider –  schon gar nicht planen, es gibt schliesslich auch noch andere sehr starke Teams. Das WARR Hyperloop-Team der Technischen Universität München zum Beispiel hat die letzten Wettbewerbe gewonnen.

Die Schlussrunde in Los Angeles ist sicher der Höhepunkt der ganzen Initiative. Welche Erfahrungen, Erinnerungen und Ideen habt ihr in den letzten Jahren von dort mitgebracht?

DK: Der Wettbewerb ist schon toll und einzigartig. In Los Angeles haben 20 Teams die Möglichkeit, ihren Prototyp vor Ort mit Ingenieuren von SpaceX zu testen. Das sind einfache Sicherheitstests oder ein Test zur Funktion im Vakuum bis hin zu einer realitätsnahen Fahrt auf der 1,2 km langen Strecke. Aus diesen Fahrten ergibt sich dann eine Rangliste, die entscheidet, wer ins Finale kommt. Wir erhalten wertvolles Feedback zu unseren Design-Entscheiden und müssen hin und wieder, wie alle Teams, Probleme «on the fly» lösen. Der Höhepunkt war es aber sicherlich, am Finale des Wettbewerbs teilzunehmen. Dann können wir als Team wirklich stolz sein auf das, was wir erreicht haben. Elon Musk ist übrigens beim Finale auch vor Ort.

Einen Rückblick auf die Veranstaltung im letzten Jahr gibt es hier:


Das Team von Swissloop setzt sich aus Studenten mit verschiedenen Studienrichtungen aus der ganzen Schweiz zusammen. Was sind Vorteile und Nachteile dieser Zusammensetzung?

DK: Fangen wir mit den Vorteilen an. So ein Projekt ist relativ kompliziert. Wir entwickeln die meisten Komponenten selbst. Das betrifft den Motor, das Battery-Management-System, den Inverter, das Carbon Fiber-Chassis und vieles mehr. Es braucht einfach Spezialisten, um so viele verschiedene Systeme zu entwickeln. Das Tolle an Swissloop ist, dass alle freiwillig und aus Interesse an der Technik und dem System mitarbeiten. Wir sind etwa 20 Personen aus den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau, Informatik, Bauingenieurwesen, Wirtschaft und Design. Die meisten studieren an der ETH, einige an der Uni Zürich oder St. Gallen. Das optische Design wird in Basel entwickelt. Ich denke, man arbeitet effizienter, wenn man im gleichen Büro sitzt. Das ist bei uns nicht immer der Fall und kann ein Nachteil sein.

Wie siehst du persönlich die Zukunft des Personen- und Lasttransportes? Wie lange dauert es deiner Meinung nach, bis das Hyperloop-System die Welt erobert?

DK: Sicher noch 15 Jahre. Es ist eben technisch nicht so einfach und auch noch nicht abschliessend geklärt, wie sinnvoll der Hyperloop tatsächlich ist. Um das festzustellen, braucht es noch viele Design-Studien. Ich persönlich fände es aber fantastisch, selbst im Hyperloop zu reisen. Das wäre wie eine Metro, nur eben europaweit.

Was hat dich persönlich dazu motiviert, ein Mitglied von Swissloop zu werden?

DK: Ich bin im Jahr 2016 recht zufällig dazugestossen, als das Team noch ganz jung war. Ich habe nach einer Abwechslung vom Studium gesucht und wollte unbedingt an der Space X Hyperloop Pod Competition 2017 teilnehmen. Das haben wir dann auch in die Tat umgesetzt und mit unserem Pod den dritten Rang erreicht.

 

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Weiterführende Informationen

 

 

Topics: Nachgefragt Innovation Interview