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Multi-Cloud – die Infrastruktur für morgen

christoph_hoeinghaus_2016_ausschnitt.jpgDie Anwendungslandschaft von Unternehmen wird auch in Zukunft heterogen sein. Um eine optimale Lösung für die Bereitstellung und den Betrieb zu finden, ist eine Multi-Cloud-Strategie vonnöten.

Eine leistungsfähige IT gehört für Unternehmen zu den zentralen Erfolgsfaktoren. Und erfolgreich zu sein, bedeutet sehr nahe am Markt zu operieren. Agilität ist daher längst zum Credo vieler Unternehmen geworden. Mit Agilität ist in diesem Fall die Fähigkeit gemeint, Produkte und Dienstleistungen sehr schnell an sich verändernde Kundenbedürfnisse anpassen zu können. Die Mehrzahl der im Rahmen der Studie «Mehr Tempo, weniger Altlasten: IT-Architektur im digitalen Zeitalter» von Bain & Company befragten CIOs ist jedoch der Meinung, dass die bestehende IT-Architektur ein Hemmnis für die geforderte Agilität darstellt. Die kluge Integration verschiedenster Technologien kann hierbei Abhilfe schaffen.

Der übliche Technologiemix

In den meisten Unternehmen besteht die IT aus einem Mix mehrerer Technologien. Dies ist die Konsequenz der historisch gewachsenen Anwendungslandschaft. Es kann im Minimum von zwei grundlegend unterschiedlichen Technologien ausgegangen werden.Bei mehr als hundert verschiedenen Anwendungen, die im Normalfall in mittleren und grösseren Unternehmen im Einsatz sind, werden es weit mehr Technologien sein. Mit anderen Worten: Bestehende IT-Infrastrukturen sind eine Mischung aus neuen und alten Technologien, Plattformen, Software-Produkten und Individuallösungen.

Cloud als zukünftiges Liefermodell

170313-BRG-KPMG-Cloud-Dienste-druck-PG.jpgBildquelle: Cloud Monitor 2017; Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG

Gemäss dem „Cloud Monitor 2017“ von Bitkom Research im Auftrag von KPMG ist die Nutzung von Cloud Computing durch deutsche Unternehmen in den letzten drei Jahren von 44 Prozent (2014) auf 65 Prozent (2016) gestiegen. In der Schweiz dürfte die Situation ähnlich sein. Private-, Public- und Hybrid-Cloud-Angebote werden also das zukünftige Liefermodell für IT-Leistungen sein. Allerdings entwickelt sich deren Nutzung weit weniger strukturiert, als die übliche Darstellung der Servicemodelle IaaS, PaaS und SaaS vermuten lässt. Die Nutzung von Gesamtsystemen und Services unterschiedlichster Cloud-Anbieter lässt auf dieselbe Entwicklung schliessen, wie wir sie seit Jahrzehnten in der internen IT kennen. Es wird auf einen Mix unterschiedlichster Technologien hinauslaufen.

Gesamtsysteme in der Cloud

Das vielleicht deutlichste Beispiel für diese Entwicklung ist der Einsatz von Gesamtsystemen in der Cloud. 46 Prozent der befragten Unternehmen setzen bereits heute Office-Anwendungen aus der Cloud , immerhin 32 Prozent ERP-Services aus der Cloud ein. Knapp ein Viertel aller Firmen (24 Prozent) hat Cloud-basiertes CRM im Einsatz. Die Aufgabe der IT ist es, eine Kombination verschiedener Cloud-Technologien zu ermöglichen. Knackpunkte dabei sind der Umgang mit kritischen Unternehmensdaten sowie die Kombination neuer Technologien mit bestehenden Anwendungen.

Services in der Cloud

Services oder auch Module aus der Cloud einzusetzen, um einen bestimmten Anwendungsfall abzudecken, ist heute zum gängigen Szenario jedes produktiven Ansatzes für die Bereitstellung von Individualsoftware geworden – beispielsweise durch den Einsatz von Google Map Services, Microsoft Azure IoT Services oder den direkten Einbezug von Cloud Services, die durch Lieferanten oder Behörden bereitgestellt werden. Allerdings liegt die Interoperabilität dieser Plattformen noch weitgehend im Argen.

Micro-Services in der Cloud

Was für Services gilt, gilt auch für Micro-Services. Der Einsatz granularer Services wie beispielsweise Amazon Route 53, Amazon Greengrass, Microsoft Azure Scheduler oder Azure StorSimple als Basis von cloudbasierten Individuallösungen wird bereits heute von vielen Unternehmen aufgrund der Vorteile dieser Art des Softwarebaus geprüft. Aufgrund der grossen Unabhängigkeit einzelner Software-Module ermöglichen sie eine robuste und sehr agile Entwicklung und werden aus diesem Grund oft als DevOps-Basis verwendet. Das Schlüsselelement von Micro-Services ist das dezentrale Daten-Management; jeder Micro-Service hat seine eigene Datenbasis und kann unabhängig von allen anderen Services sehr schnell produktiv geschaltet werden. Beim kombinierten Einsatz granularer Cloud-Services verschiedenster Hersteller ist ein zunehmender Technologiemix für einzelne Anwendungen vorprogrammiert.

triCast - der IT WebCast von Trivadis

Eine Multi-Cloud-Strategie

Der Einsatz verschiedenster Cloud-Technologien in Kombination mit bestehenden Anwendungslandschaften ist in vielen Unternehmen bereits heute Realität. Die IT ist gefordert, diese Entwicklung zur fördern, um leistungsfähig, innovativ und agil zu bleiben oder zu werden. Eine solche Strategie geht von einem Liefermodell aus, welches mehr als einen Cloud-Anbieter vorsieht. Der Ansatz lehnt sich am Plattformmodell der Automobilhersteller an, die für jede Komponente unterschiedliche Anbieter vorsehen, die Zusammenstellung zu einem funktionierenden Ganzen jedoch selbst steuern. Eine solche Multi-Cloud-Strategie ist abgestimmt auf die drei Lieferebenen Gesamtsysteme, Services und Micro-Services und beschreibt für jede dieser Ebenen die geforderten Komponenten so, dass sie auf verschiedenen Cloud-Anbietern basieren können. Mit einer solchen Strategie können die heute sehr hohen Vendor-Lock-in-Hürden in Grenzen gehalten werden, da ein Anbieterwechsel zumindest vorgesehen ist. Und sie wird helfen, den innovativen Schwung, den die „wilde“ Nutzung von Cloud-Services durch Fachabteilungen mit sich bringt, produktiv in die Gesamtlandschaft zu integrieren, statt durch starre Regeln und Vorschriften zu bremsen. Eine Multi-Cloud-Strategie unterstützt Unternehmen dabei, die optimale Lösung für die Bereitstellung und Betrieb der heterogenen Anwendungslandschaft zu finden.

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Topics: Cloud Computing Digital Business Transformation