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Trivadis realisiert bei Microsoft das „Internet der Schreibtische“

Microsoft Schweiz in Wallisellen bietet seit August 2017 Arbeitsplätze in einem «Co-Working-Space» an. Dabei handelt es sich um eine Büroumgebung und Infrastruktur, die stundenweise von Jedermann angemietet werden können. Zutritt und Belegungsplanung erfolgen über eine App, die mit Trivadis realisiert wurde.

Co-Working hat sich in den letzten Jahren als neue Arbeitsform etabliert. Co-Working bedeutet, wie der Name impliziert, «zusammen» arbeiten. Selbstständig Erwerbende, Kreative, digitale Nomaden, aber auch kleine Startups sowie Vertreter grosser Unternehmen verfügen über keine eigenen Büros mehr oder benötigen unterwegs einen Arbeitsplatz. Sie arbeiten dann im Co-Working-Space gemeinsam an einem halböffentlichen Ort, um ihre Ideen zu verwirklichen. Dabei handelt es sich meist um grössere, offene Räume, damit die Co-Worker voneinander profitieren können. Sie agieren unabhängig voneinander und können in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sein, oder auch gemeinsam Projekte verwirklichen und Hilfe sowie neue Mitstreiter finden.

Co-Working-Trendsetter Microsoft

Microsoft Schweiz in Wallisellen hat mit der Einrichtung eines Co-Working-Spaces also nicht nur eine alternative Nutzung seiner Büroflächen gesucht, sondern etabliert sich auch als Teil eines Trends.
Dafür war es aber auch notwendig, eine entsprechende IT-Infrastruktur zu schaffen: schliesslich wollen die Co-Worker ihren Arbeitsplatz schnell und einfach buchen; das zeitgemässe Tool dafür ist natürlich eine App. Gleichzeitig wollte Microsoft die anfallenden Daten über die Nutzung der Schreibtische analytisch auswerten, um daraus Schlüsse für die zukünftige Büroraumgestaltung und das Kapazitätsmanagement ziehen zu können. Schreibtisch auf Zeit buchbar mit App.

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Gemeinsam mit Trivadis, übrigens Microsoft Partner of the Year 2016, machte sich ein interdisziplinäres Entwicklerteam daran, eine App und eine Backoffice-Anwendung für den Co-Working-Space zu planen. Umfassende Kenntnis des Microsoft Produkt-Portfolios, technisches und Entwickler-Know-how bildeten die Basis für einen ungewöhnlichen, aber innovativen Showcase. Was trivial klingt, ist in der Praxis oft anspruchsvoller, als man denkt: der Zutritt in das Gebäude sollte per App und Gesichtserkennung umgesetzt werden, dafür musste im Backend mit KI-Komponenten (künstliche Intelligenz) gearbeitet werden; die Belegung der Schreibtische sollte real festgestellt werden; einerseits um die verfügbaren Plätze zu ermitteln, andererseits um festzustellen, welches die stark und schwach frequentierten Plätze sind − ein Kriterium, das bei der Planung neuer Büros wichtig ist. Ein Typischer Anwendungsfall für das Internet der Dinge oder eben das «Internet der Schreibtische».

 

Typischerweise werden Bewegungssensoren verwendet, um festzustellen, ob sich Personen in Räumen oder an bestimmten Plätzen bewegen. In IT-Unternehmen, aber auch generell bei Bildschirmarbeitsplätzen bewegen Personen oft stundenlang nur den «Mausarm», während sie sonst fast regungslos auf ihrem Stuhl sitzen. So kann es passieren, dass Bewegungsmelder keine Aktivität feststellen, und ein Platz als frei gemeldet wird, obwohl er von einem konzentriert arbeitenden Entwickler besetzt ist. Eine Alternative musste her, mit der Einschränkung, dass für den Showcase kein umfangreiches Beschaffungsvorhaben gestartet werden konnte.

Sensoren im Eigenbau im Fablab

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Das Projektteam mit Martin Schreiber und Manuel Mayer im Lead ergriff daher kurzerhand die Initiative und entwickelte den Prototypen eines geeigneten Sensors selbst: auf Basis eines Temperatursensors und eines Distanzmessers in Kombination. Der Sensor detektiert eine Temperaturveränderung innerhalb eines definierten Zeitfensters, wenn sich eine Person an den Schreibtisch setzt bzw. sich von diesem wieder entfernt; der Distanzmesser sorgt dafür, dass die Temperaturveränderung nur relevant ist, wenn diese innerhalb einer definierten Maximaldistanz von der Person zum Tisch stattfindet. So können Temperarturveränderungen durch Sonnenlicht oder am Arbeitsplatz vorbeigehende Personen ausgeschlossen werden.

In nächtelanger Arbeit suchte das Projektteam die passenden Sensoren, Mikrocontroller, Druckverfahren für die Gehäuse, programmierte Firmware für die IoT Devices, designte Platinen und baute schlussendlich alle Komponenten im Fablab in Zürich zu einsatzfähigen IoT Devices zusammen. Beim Fablab handelt es sich um eine öffentliche Werkstatt, die gegen eine Jahresgebühr frei genutzt werden kann. Dort produzierte das Team in Vorserienfertigung die benötigten 25 Sensoren. Auf ihren eigenen Blogs haben Manuel Mayer und Martin Schreiber die Herstellung der Sensoren genau dokumentiert.

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Datenschutz gewährleistet

Parallel dazu musste die App für die drei Plattformen iOS, Android und Windows Phone (!) entwickelt werden; die Übertragung der Sensordaten in die Microsoft Azure Cloud mit den entsprechenden Diensten musste umgesetzt werden, so dass die Daten gespeichert und an Analytics-Programme übergeben werden können.

Sofort auftretenden Datenschutzbedenken wurde Rechnung getragen: die Buchungsdaten und Namen werden nicht mit den Daten der Arbeitsplatzbelegung verknüpft. Es wird also nur festgestellt, ob ein Arbeitsplatz belegt ist, aber nicht von wem. Rückschlüsse darauf, wer wie oft aufgestanden ist, sind also nicht möglich (und übrigens auch nicht interessant für Microsoft).

Sehr wohl trägt die Lösung aber zur Sicherheit bei, denn über das Tracking kann festgestellt werden, wie viele Personen im Büro sind. Damit kann im Evakuierungsfall überprüft werden, ob alle, nicht nur fest angestellte Mitarbeiter, sondern auch temporäre Co-Worker, das Gebäude verlassen haben.

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Die App und das Backend lassen natürlich noch weitere Szenarien zu. Zum Beispiel ist es möglich, dass ein Co-Worker seine Social-Media-Profile mit der App verknüpft. Andere Co-Worker in der App können sich dann komplikationslos mit ihm austauschen. So wird die Networking-Atmosphäre eines Co-Working-Spaces unterstützt. Microsoft als Betreiber kennt wiederum über die freigegebenen Daten der Social-Media-Profile die Interessengebiete und Tätigkeitsfelder „seiner“ Co-Worker. Damit lassen sich etwa Veranstaltungen daran ausrichten, um den Co-Working-Space noch attraktiver zu machen.

Zum Start des ersten Schweizer Co-Working-Spaces von Microsoft steht nun für digitale Nomaden eine benutzerfreundliche, intuitive Buchungs-App zur Verfügung. Microsoft selbst erhält durch die Datenauswertung interessante Einblicke in Nutzung der Arbeitsplätze. Das Internet der Dinge, wurde bei Microsoft mit dem Engagement von Trivadis zum Internet der Schreibtische.

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Topics: Microsoft Internet of Things Referenz Innovation