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Modernisierung via Cloud

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Die Digitalisierung ist eine der zentralen aktuellen Herausforderungen für Unternehmen. Die Produktlebenszyklen werden immer kürzer. Die Kundenbedürfnisse, auf die Unternehmen reagieren müssen, aber auch die Compliance-Anforderungen, die Unternehmen erfüllen müssen, unterliegen einem immer schnelleren Wandel. Die Ära der starren IT-Infrastrukturen ist vorbei, denn diese bremsen die digitale Transformation an vielen Stellen aus. Eine Flexibilisierung der Unternehmens-IT ist gefragt, um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein. Und der Königsweg der IT-Infrastruktur-Modernisierung führt dabei in die Cloud.

Die Digitalisierung erfordert eine flexible und agile IT, um bestehende Geschäftsmodelle erfolgreich fortzuführen und um innovative neue einzuführen. Flexibel und agil bedeutet, dass die IT sehr viel schneller auf neue technische aber auch geschäftliche Anforderungen reagieren muss. Eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur flexiblen und agilen IT-Unterstützung spielt die IT-Infrastruktur. Der Aufbau, der Lebenszyklus und die Technologie der IT-Infrastruktur-Komponenten bestimmen weitgehend, wie schnell und flexibel ein CIO auf Neues reagieren kann. Die Digitalisierung vorantreiben bedeutet also auch (aber nicht nur), die IT-Infrastruktur zu modernisieren.

Die Modernisierung der IT-Infrastruktur

Gemäß der aktuellen Studie „IT-Trends 2017“ von Capgemini werden in diesem Jahr rund 13 Prozent des IT-Budgets für den Ersatz und die Neugestaltung und fast ein Viertel für Updates, Aktualisierung und Erweiterungen aufgewendet. Für die Modernisierung ist demnach genügend Budget vorhanden, auch wenn die Zahlen je nach Firmengröße stark variieren dürften. Die Modernisierung der IT-Infrastruktur umfasst zwei Bereiche: die IT-Infrastruktur des Backends, also der zentralen Hard- und Software, und die IT-Infrastruktur bestehend aus den Geräten der Mitarbeiter. Während die relativ kurze Nutzungsdauer der Endgeräte lediglich eine kluge Device-Management-Strategie voraussetzt, ist die Modernisierung der IT-Infrastruktur im Backend eine weitaus umfassendere Aufgabenstellung. Es geht darum, die geschäftskritischen Anwendungen des Unternehmens zu betreiben und die für die tägliche Arbeit notwendigen Daten aktuell, schnell und ohne Unterbrechung bereitzustellen. 

infografik_it_Trends.pngDer Trend aus 2016, mehr IT-Budget für das Tagesgeschäft und weniger für Innovation auszugeben, setzt sich fort. Quelle: IT-Trends Studie 2017

Trends und Technologien der IT-Infrastruktur

Die Modernisierung des IT-Backends muss heute auf Basis von Trends wie Cloud Computing, konvergente oder hyper-konvergente Infrastrukturen, agile Entwicklung, steigende Leistungsdichten, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und anderen erfolgen. Die bei weitem wichtigste Technologie ist dabei die Cloud. Experten gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2018 60 Prozent aller Unternehmen mindestens die Hälfte ihrer Infrastruktur auf cloud-basierte Plattformen verlagern haben werden. Dabei spielen die zwei Ausprägungen Private und Public Cloud und allem voran die Kombination der beiden, die Hybrid Cloud, eine zentrale Rolle. Die Hybrid Cloud ist jedoch nicht einfach eine Kombination aus Private und Public Cloud, sie verbindet darüber hinaus die bestehende traditionelle IT mit der Cloud-Technologie. Diese Verbindung kann verschiedene Ausprägungen haben.

Die richtige Vorgehensweise bei der Modernisierung

Ein kluges Vorgehen für die Modernisierung der IT-Infrastruktur basiert auf der Wahl eines guten Business Cases, einer umsichtigen Planung und auf solidem Know-how. Die Wahl des Anwendungsfalls sollte aus einer übergreifenden Cloud-Strategie abgeleitet werden können. In einer solchen Strategie ist definiert, welche IT-Aktivitäten aus Business-Sicht Kandidaten für die Verlagerung in eine Cloud sind.

Je nach Organisation der IT unterscheidet sich die Strukturierung der Aktivitäten. Eine nach Geschäftsprozessen organisierte IT wird beispielsweise die kundennahen Systeme oder die B2B-Systeme als Cloud-Kandidaten aufführen. Während eine stark Silo-orientierte IT diejenigen Standardprodukte für die Cloud vorsieht, für die der Hersteller bereits Cloud-basierte Lösungen anbietet. Die heute stark verbreitete zentralisierte IT wird eine Strukturierung der IT-Aktivitäten in die typischen Bereiche wie Service/Help Desk, Desktop, IP-Telefonie, Unified Communications, ERP, CRM, E-Mail, Data Warehouse etc. aufweisen. Je näher der Anwendungsfall für die Modernisierung via Cloud an der Digitalisierungsstrategie des Unternehmens orientiert ist, desto einfacher werden sich die Vorteile einer Modernisierung nachweisen lassen.

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Eine gute Planung ist das A und das O

Die Planung der Modernisierung „in die Cloud“ geht über die übliche Vorbereitung einer Rechenzentrums- oder Host-Modernisierung hinaus. Die standardmäßig eingesetzten Strategien wie beispielsweise die Workload Migration (der reine Umzug von Workloads in die Cloud) oder auch Code Transformation (Übersetzungsprogramme, um Lösungen auf einer bestimmten Cloud-Plattform lauffähig zu machen) sowie Packaged Migration (Ersatz bestimmter Komponenten durch Cloud-Lösungen) spielen nach wie vor eine große Rolle. Darüber hinaus gilt es jedoch weitergehende Aspekte zu berücksichtigen, wie etwa die richtige Kombination von Services in einer Hybrid Cloud oder die Integrationsfähigkeit mit bestehenden Systemen sicherstellen. Ebenfalls ist zu beachten, dass die Sicherheit und Kontrollhoheit über die Daten sowie ihre Rückführbarkeit gewährleistet ist.

Internes Know-How 

Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Modernisierung via Cloud ist solides Know-how: sowohl auf Seiten der innovativen Technologien also auch im Bereich der bewährten bestehenden Lösungen. Obwohl viele Hersteller in Form von so genannten CTS (Cloud Transformation Services) vollständige Lösungen für die Migration von IT-Aktivitäten in eine bestimmte Cloud anbieten, ist ein Unternehmen gut beraten, Know-how möglichst intern aufzubauen oder durch vertrauenswürdige lokale externe Partner abzudecken. Die gute Kenntnis der bestehenden IT-Infrastruktur und ein tiefes Verständnis für die branchenspezifischen Rahmenbedingungen der Digitalisierung sind weitere Erfolgsfaktoren für eine Modernisierung via Cloud.

Fazit

Rund 65 Prozent der IT-Entscheider wissen um die Schwächen und Defizite ihrer IT-Architektur, so lauten die Ergebnisse der Studie "Mehr Tempo, weniger Altlasten: IT-Architektur im digitalen Zeitalter"  der Unternehmensberatung  Bain & Company. Die Modernisierung der IT-Infrastruktur als Antwort auf die zunehmenden Anforderungen an die IT-Systeme muss heute angegangen werden, damit den Unternehmen morgen IT-Infrastrukturen zur Verfügung stehen, die neue Geschäftsmodelle ermöglichen und bestehende in die neue Zeit bringen. Das Ziel ist eine IT, die die Digitale Transformation des Unternehmens beflügelt und erfolgreiches Altes dabei mitnimmt.

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Weiterführende Informationen:

Bildquellen: Pixabay/stokpic

Topics: Cloud Computing Digital Business Transformation