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IoT Use Case für Verkehrsbetriebe: Schlummerndes Potential

juergen_rother.jpgMit dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) können Unternehmen ihr Geschäft optimieren, neue Geschäftsfelder und Geschäftsmodelle entwickeln und hilfreiche Services für ihre Kunden realisieren. Aber nicht nur Marktführer profitieren heute vom schier endlosen Potential einer umfassenden Vernetzung. Insbesondere für Firmen, die einem enormen Kostendruck ausgesetzt sind, tun sich Chancen auf. Kommunale Dienstleister sind ein Beispiel für Betriebe, für die hohe Posten auf der Ausgabenseite keine Ausnahme, sondern die Regel darstellen. Dabei finden sich gerade bei verbrauchernahen Energieversorgern, Abfallentsorgungsunternehmen und Verkehrsbetrieben besonders vielversprechende IoT-Anwendungsfelder.

Das Internet der Dinge als Chance für Jedermann

Um potentielle Use Cases zu identifizieren, müssen wir zunächst verstehen, mit welchen Herausforderungen sich Unternehmen aus diesem Bereich täglich konfrontiert sehen. Nehmen wir dafür einmal den öffentlichen Nahverkehr etwas genauer unter die Lupe und untersuchen die Arbeit der dortigen Anbieter auf mögliche Anwendungsfälle in denen IoT-Applikationen einen positiven Beitrag leisten können.

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Herausforderungen und IoT Use Cases für Verkehrsbetriebe

Die meisten Verkehrsbetriebe sind in öffentlicher Hand. Eigentümer sind zumeist die Städte oder Gemeinden. Um ihrem Beförderungsauftrag gerecht zu werden, müssen viele Verkehrsbetriebe subventioniert werden. Das verwundert kaum, denn der Betrieb breit gespannter Liniennetze ist aufwändig und beansprucht schnell grosse Teile des Etats. Platz für Investitionen und vor allem Innovationen bleibt angesichts knapper Kassen und schrumpfender Budgets kaum. Das muss nicht sein, denn besonders der Bereich Wartung, also die Pflege des Fuhrparks und die Instandhaltung der bereits vorhandenen Infrastruktur, bietet enormes Optimierungspotential.

Predictive Maintenance

Verkehrsbetriebe zählen zu den Unternehmen die am meisten von modernen IoT Anwendungen profitieren

Werden beispielsweise die Betriebswerte der Fahrzeuge mit Hilfe von IoT-Anwendungen ausgelesen und zentral gespeichert, lassen sich durch die Auswertung dieser Informationen, Fehlzustände und aufkommende Unregelmässigkeiten erkennen. Mit so gespeisten Vorhersagemodellen lassen sich Fehler und Ausfälle antizipieren und verhindern. Ungeplante Wartungen und Reparaturen werden per Datenanalyse nachhaltig reduziert. Das sorgt für einen stabileren Betrieb und senkt die Betriebskosten merklich. Ein positiver Nebeneffekt: Die für den Kunden spürbaren Ausfälle und Verspätungen reduzieren sich, was die Kundenzufriedenheit steigen lässt und grösseres Vertrauen in die Dienstleistung schafft.

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Belastbare Bedarfsanalysen dank IoT

Auch abseits von Predictice Maintenance tun sich durch die konsequente Umsetzung von IoT-Projekten Chancen auf. Ein weiteres grosses Dilemma aller Verkehrsbetriebe ist, dass sie recht wenig über ihre Kunden, also die Fahrgäste und deren Fahrverhalten, wissen. Dem Anbieter ist meist nicht bekannt, wer wann welche Verkehrsmittel nutzt. Teure Fahrgasterhebungen liefern zwar mehr oder weniger belastbare Anhaltspunkte darüber, welche Linien zu welchen Zeiten, wie stark frequentiert werden, genauere Informationen liegen zumeist aber nicht vor. IoT-Applikationen können auch hier Abhilfe schaffen, müssen aber in jedem Fall datenschutzrechtliche Bedenken berücksichtigen.

IoT Anwendungen ermöglichen Verkehrsbetrieben belastbare Bedarfsanalysen

Die Freigabe von Informationen zur Nutzung von Verkehrsmitteln muss also freiwillig erfolgen oder anonymisiert werden. Damit Kunden ihre Daten preisgeben müssen sie also einen entsprechenden Gegenwert erhalten. Dies können ein verbesserter Service, Preisnachlässe, Gewinnspiele o.ä. sein. Ist diese Hürde genommen, lassen sich zum Beispiel Monats- oder Jahreskarten mit RFID-Chips ausstatten. Am Eingangsbereich der Fahrzeuge oder Haltestellen werden diese dann mit entsprechenden RFID-Leseeinheiten erfasst. Diese Informationen können genutzt werden, um wahrscheinliche Auslastungen vorherzusagen oder aber das Angebot gemäss den nachgewiesenen Bedürfnissen der Kundschaft anzupassen.

Innovative Konzepte

Weiterhin muss das Fahrplanangebot, um attraktiv zu sein, flächendeckend über den gesamten Tag und am besten die komplette Nacht durchgängig angeboten werden. Erfahrungsgemäss sind die Linien zu den Stosszeiten morgens und abends stark ausgelastet bzw. überfüllt, während Busse und Bahnen zu den Randzeiten oftmals leer fahren. Dieses Fahrplan-Dilemma ist ein weiterer attraktiver Case für den Einsatz von IoT-Technologien. So gibt es bereits die ersten Feldversuche für dynamische Busfahrpläne. Der Fahrgast bestellt dabei mittels App eine Fahrt von A nach B. Das System berechnet daraufhin unter Berücksichtigung aktuell fahrender Busse und der eingegangenen Fahranfragen anderer Fahrgäste dynamisch eine Route und Abholzeit an der vom Fahrgast gewünschten Haltestelle. Der Fahrgast erhält die Abfahrtszeit wiederum in seiner App angezeigt. Auf diese Weise werden Leerfahrten vermieden. Dieses System bereitet ausserdem den Weg zu kleineren dezentralen Transporteinheiten, zum Beispiel wendigen, vernetzten, autonomen E-Bussen, die ihre Haltestellen je nach Verkehrslage und Bedarf über unterschiedliche Strecken anfahren können – entsprechende Pilotprojekte gibt es bereits von der Deutschen Bahn und dem Schweizer PostAuto.

IoT Anwendungen fördern die Nachhaltigkeit von Verkehrsbetrieben

IoT fördert Nachhaltigkeit

Aber nicht nur Fahrgäste und die Betriebe selbst spüren den positiven Effekt von IoT-Anwendungen: auch die Umwelt profitiert. Denn die Verkehrsbetriebe sind ein wichtiger Baustein im Kampf gegen CO2 und Feinstaub in den Städten. Dieser Kampf hat für die Verkehrsbetriebe zwei Facetten. Zum einen ist es die Aufgabe der Verkehrsbetriebe, möglichst viele Autofahrer für ihr Angebot zu begeistern. Auf der anderen Seite sind die Busse der Verkehrsbetriebe selbst Erzeuger von CO2 und Feinstaub, die es zu reduzieren gilt. Das bedeutet, dass der Einsatz der eigenen Fahrzeuge eines Verkehrsbetriebs möglichst effizient und ressourcenschonend erfolgen muss. Den eigenen Fahrzeugeinsatz zu optimieren ist recht einfach, das zeigen die bereits erwähnten Beispiele. Aber IoT-Daten können einen weiteren wichtigen Beitrag leisten. Fahrzeugführer könnten etwa Schulungen zum schonenden Umgang mit den Fahrzeugen erhalten. Werden die Betriebsinformationen der Fahrzeuge ausgelesen und mit den entsprechenden Fahrzeugführern verknüpft, lassen sich per Datenanalyse für jeden Fahrer individuelle Schulungsmassnahmen ableiten. So kann der Verschleiss reduziert sowie Feinstaub und CO2 reduziert werden. Noch ist so eine Massnahme auf der Basis von Datenschutzbedenken nicht zugelassen, grosses Potential hat sie dennoch.

Fazit

IoT bietet die technologische Basis für eine ganze Reihe an Verbesserungsmöglichkeiten, neuen Kundenservices und Geschäftsmodellen für Verkehrsbetriebe. Auch für andere kommunale Betriebe schaffen IoT-Anwendungen nicht weniger attraktive Chancen. Wichtig ist es beim Ermitteln von geeigneten UseCases nicht nur, Kosten zu optimieren und bestehende Prozesse im Auge zu haben, sondern auch über den Tellerrand zu schauen und mit Phantasie ganz neue Ideen und Wege zu entdecken und umzusetzen.

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Weiterführende Informationen

 

Bildquelle "Bahnhofshalle": https://unsplash.com/photos/ZYfLkRgZJQk 

Bildquelle "U-Bahn Berlin gelb": https://unsplash.com/photos/crjPrExvShc 

Bildquelle "Fahrgäste Bahnsteig": https://unsplash.com/photos/Ji1Uz9S-hjQ 

Topics: Internet of Things Digital Business Transformation