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BetterTogether: Trivadis unterstützt Studenten beim Hyperloop-Wettbewerb des Tesla Gründers

Elon Musk, der Gründer von Tesla und Erfinder der wiederverwertbaren Rakete SpaceX, will mit dem Hyperloop-System die Welt des Personen- und Lasttransports erobern und den ökologischen Fussabdruck dieser Branchen senken. Um die Welt für sein Vorhaben zu begeistern, hat er die Hyperloop Competition ins Leben gerufen. Zwanzig Studenten-Teams aus aller Welt treten in diesem Wettbewerb mit dem Ziel gegeneinander an, das schnellste Fahrzeug, den sogenannten Pod, für das Hyperloop-System zu entwerfen und zu bauen. Die Idee dahinter: In Unterdruckröhren sollen in ferner Zukunft Züge mit Schallgeschwindigkeit Mittelstreckenverbindungen zwischen Städten auf Kontinenten bilden.

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Von der ETH Zürich hat sich ein studentisches Projekt-Team namens Swissloop für die Endrunde des Wettbewerbs am 21. Juli 2019 auf dem SpaceX-Gelände in Los Angeles qualifiziert.

Auf der Verkleidung des Swissloop-Pods, der durch die Hyperloop Teströhre in Los Angeles rasen wird, wird auch das Trivadis Logo prangen. Denn Trivadis hat sich entschieden, das Swissloop Team als Sponsor zu unterstützen. Für Trivadis ist Swissloop ein idealer Partner, denn das studentische Projekt verkörpert genau die Kulturwerte, die unsere Arbeit ausmachen – intern, wie auch bei der Zusammenarbeit mit Kunden: Neugier, Macher, Freiraum, Netzwerk, Miteinander. Das alles zeichnet auch die Studenten aus, die sich im Team Swissloop zusammengefunden haben. Und es gibt noch einen wichtigen Grund, warum uns dieses Projekt am Herzen liegt: Trivadis hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Welt zu ermöglichen, in der intelligente IT Leben und Arbeiten völlig selbstverständlich erleichtert. Und genau dieses Ziel unterstützen wir mit dem Sponsorship.

IMG_20190612_182756Der selbstgebaute Linearmotor im Pod des Teams Swissloop

Daniel Kaufmann, Lead Engineer von Swissloop, hat im letzten Interview auf diesem Blog erklärt, dass das Team in diesem Jahr zum ersten Mal einen eigenen Motor entwickeln wird, der auf einer Technologie basiert, die bisher noch nie in der Hyperloop-Competition verwendet wurde.

Wir wollten mehr wissen über diesen neuen Motor, über die Herausforderungen, die die Entwicklung eines neuen Motors mit sich bringt, und darüber, welche Erfolgschancen sich das Team mit diesem Motor ausrechnet. Deshalb haben wir uns mit Stefan Kaspar, dem Chief Operating Officer bei Swissloop, unterhalten.


Von Daniel Kaufmann wissen wir, dass ihr dieses Jahr an der Hyperloop-Competition mit einem selbstgebauten Linearmotor an den Start gehen werdet − einer Technologie, die noch nie für den Hyperloop verwendet wurde. Kannst du uns diese Technologie ganz kurz verständlich machen?

Stefan KasparStefan Kaspar (SK): Unser Linearmotor funktioniert über wandernde Magnetfelder, die eine Aluminiumschiene wegstossen. Er ist dem klassischen Elektromotor sehr ähnlich. Anstelle einer runden Anordnung der Kupferspulen ist diese jedoch einfach gerade. Vereinfacht gesagt ist ein Linearmotor einfach ein Eisenkern, der mit Kupfer umwickelt wird. 

Welche Vorteile bietet diese Technologie im Vergleich zu anderen Motoren, die von euren Konkurrenten oder auch von euch in den letzten Jahren verwendet wurden?

SK: Der Linearmotor wurde von Elon Musk als Antrieb für Hyperloop vorgeschlagen, weil man mit diesem Antrieb sowohl beschleunigen und bremsen als auch schweben kann. Er hat keine beweglichen Teile und ist somit die einzig bekannte Technologie, mit der Geschwindigkeiten von 1000 Kilometern pro Stunde erreichbar sind, so wie es für das Hyperloop Projekt geplant ist. Bisher sind die meisten Teams mit klassischen Elektromotoren an den Start gegangen, wie sie auch im Automobilbau eingesetzt werden. Diese werden jedoch keine vergleichbar hohe Geschwindigkeit erzielen können, da das Material den dabei entstehenden Kräften nicht standhalten würde.


Hat diese Technologie auch Nachteile, oder weshalb wurde sie bisher noch nicht an der Competition verwendet?

SK: Der Linearmotor selbst stellt nicht die grösste Herausforderung dar. Die Steuerung der Batterie, sowie die Steuerung der Frequenz des Motors sind allerdings sehr komplex. Man kann nicht einfach bekannte Steuerungseinheiten verwenden. Wir mussten diese selber entwickeln und programmieren. Das ist mit einem grossen Aufwand verbunden, was uns in der Vergangenheit davon abgehalten hat, auf einen Linearmotor zu wechseln.


Bisher werden Linearmotoren hauptsächlich in der Industrie eingesetzt. Denkst du, diese Motoren-Technologie könnte auch im Personen- und Lastkraftverkehr Einzug halten? Und wie kann diese Technologie die Zukunft der Menschheit vereinfachen?

SK: Wenn die Menschheit eine umweltfreundlichere Alternative zum Flugverkehr sucht, aber weiterhin mit sehr hohen Geschwindigkeiten unterwegs sein möchte, dann führt der einzige Weg über die Entwicklung von Linearmotoren, die keine beweglichen Teile haben, also solch hohe Geschwindigkeiten aushalten.


Wie schneidet die Linearmotor-Technologie in Sachen Nachhaltigkeit, ökologischer Fussabdruck und Umweltverschmutzung im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Motor-Technologien ab?

SK: Die Entwicklung von Linearmotoren steht noch ganz am Anfang. Linearmotoren funktionieren rein elektrisch, ihre Nachhaltigkeit ist somit von der Produktionsweise des Stroms abhängig. In der Schweiz wäre dies auf jeden Fall umweltfreundlicher als Verbrennungsmotoren. Ein Linearmotor ist dann am ökologischsten, wenn er richtig eingesetzt wird. In einem Hyperloop-System, in dem der Luftwiderstand und die Reibung minimal gehalten werden, wird der Motor deutlich umweltschonender sein als andere bekannte Antriebsarten.

Zum Schluss noch eine nichttechnische Frage: Was für ein Team benötigt man, um an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen – reicht Technologiekompetenz aus oder spielen auch sogenannte weiche Faktoren wie Neugier, Macher, Freiraum, Netzwerk, Miteinander eine Rolle?

SK: Verkürzt könnte man sagen, das eine ist ohne das andere nichts. Technologiekompetenz ist überhaupt die Voraussetzung, um an unserem Projekt mitmachen zu können. Wenn wir echte Gewinnchancen in Los Angeles haben wollen, müssen wir technisch exzellent sein. Wenn uns allerdings die Neugier fehlt, mit technischen Lösungen zu experimentieren; das Engagement nicht da ist, um das Projekt auch trotz Rückschlägen voranzutreiben; der Freiraum fehlt, neue Ansätze zu denken und umzusetzen; wir nicht über das Netzwerk verfügen, um interdisziplinäre Lösungen zu entwickeln und gemeinsam kritisch zu hinterfragen und das zu einem Miteinander führt, in dem jeder auch offen ist, für gute Vorschläge der anderen – in so einer Atmosphäre kann kein Siegerteam entstehen.

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Topics: Nachgefragt Innovation Vermischtes Interview