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"In Zukunft wird jede erfolgreiche Firma datengetrieben sein"

ovo_rundDie Cloud scheint so beliebt wie nie. Primo Amrein, Cloud Lead Microsoft Schweiz, erklärt im Interview, was den Ausschlag dafür gibt, welche Rolle dabei Schweizer Rechenzentren spielen und welche Unternehmen und Branchen wie von der Cloud profitieren können.

Das Vertrauen in die Sicherheit und den Datenschutz in der Cloud steigt und entsprechend auch die Zahl der Nutzer*innen. Welchen Entwicklungen ist dieser “Cloud-Boom” zu verdanken?
Einerseits wurde seitens Cloud Provider und insbesondere Microsoft enorm viel gemacht in den Bereichen Sicherheit und Datenschutz. So investieren wir pro Jahr über eine Milliarde Franken in Cloud Security und bei Microsoft arbeiten 3500 Experten allein auf diesem Thema. Früher hiess es von Kunden zum Teil noch «wir gehen nicht in die Cloud wegen Sicherheitsbedenken» und heute ist häufig das Gegenteil der Fall, da die Firmen den massiven Herausforderungen im Cybersecurity-Umfeld nicht mehr gewachsen sind.

Andererseits verlangen der Markt und neue Partnerschaften für den Geschäftserfolg immer mehr Flexibilität. Die Cloud hat bewiesen, ein grosser Treiber für mehr Agilität zu sein. Nicht zuletzt Startup-Firmen zeigen, wie sie die Cloud zu ihrem Vorteil nutzen können.

Zudem werden durch die Cloud neue Innovationen gefördert. So sind wir überzeugt, dass künftig jede erfolgreiche Firma datengetrieben sein wird. Mit der Cloud gewinnt man wertvolle Einblicke in die eigenen und Kunden-Datenflüsse, um diese für neue Innovationen zu nutzen. Viele zukunftsweisende, innovative Lösungen wie künstliche Intelligenz und Machine Learning funktionieren nur in der Cloud.

Schlussendlich hat die Corona-Krise viele Organisationen zu einem schnelleren Wandel gezwungen und man merkte, wie schnell beispielsweise mit Microsoft Teams auf Home Office umgestellt werden kann. Dies war nur möglich, da Teams in der Cloud betrieben wird. So hat die Cloud einen guten Anteil dazu beigetragen, dass viele Firmen ihren Betrieb widerstandsfähiger gestalten können.

Anscheinend hat ein Umdenken bei den Unternehmen stattgefunden: Daten werden vermehrt als Erfolgsfaktor wahrgenommen. Welche Bedeutung haben in diesem Zusammenhang Partnerschaften wie die von Microsoft und Trivadis?
Solche Partnerschaften sind entscheidend für die Kunden- und Marktnähe. Microsofts Businessmodell ist sehr stark auf Partner ausgerichtet. In den über 30 Jahren, seitdem Microsoft in der Schweiz vertreten ist, wurde ein starkes Netzwerk mit über 4500 Partnern aufgebaut. Die Partner bringen die effektive Power auf den Boden bei den Kunden. Umso mehr freut es uns, dass Trivadis im Datenbereich die Initiative ergreift und innovative Plattformen wie "Sparx" ins Leben ruft, um den Kunden den Weg in die Zukunft zu weisen.

Welche Rolle spielt es, dass Unternehmen ihre Daten mittlerweile auch in lokalen respektive in der Schweiz verwalteten Rechenzentren speichern können?
Zunächst ist die lokale Datenhaltung für Kunden in regulierten Industrien ein entscheidender Faktor, um bestehende regulatorische Rahmenbedingungen besser einzuhalten und die Risikoabschätzungen einfacher zu adressieren. So nutzen nebst Banken und Versicherungen immer mehr Organisationen der öffentlichen Hand das lokale Angebot. Des Weiteren ist es für viele Firmen auch ein nicht zu unterschätzender emotionaler Faktor, die Daten sicher in der Schweiz zu wissen. Abschliessend spielt die geringere Latenz, da die Daten und Applikationen näher an den Benutzern sind, künftig eine grössere Rolle mit 5G und Edge-Computing-Szenarien.

Seit Ende August 2019, dem Start der Microsoft Cloud in der Schweiz, wurden bereits Daten und Applikationen von über 5000 Organisationen in Schweizer Datencenter migriert. Wie sind die Erfahrungen bisher?
Die Erfahrungen sind durchs Band sehr positiv. Wir sind überrascht und sehr erfreut über die sehr grosse Nachfrage. Selbst während des ersten Lockdowns, als die Nachfrage explodierte, hatten wir in den Schweizer Datencentren immer genügend Kapazität zur Verfügung und konnten vielen Firmen und Schulen helfen, ihren Betrieb in kürzester Zeit auf online umzustellen.

Kürzlich hat Microsoft Schweiz ihr lokales Cloud-Angebot weiter ausgebaut. Kannst Du die Details dazu kurz erläutern?
Mit Dynamics 365 und der Power Platform komplettieren wir das lokale Angebot. Nun steht den Kunden das gesamte Portfolio der Microsoft Cloud zur Verfügung: ob Daten & AI, Infrastruktur oder Plattform mit Azure, ob Modern Workplace mit Microsoft 365, ob CRM und ERP mit Dynamics 365 oder No-Code- / Low-Code-Lösungen mit der Power Platform. Das Geniale dabei ist, dass die Lösungen modular eingesetzt oder besser mit vielen Synergien kombiniert werden können. So profitieren die Kunden von einem einheitlichen Grund-Layer für Identity, Security und Compliance.

Welche Kundengruppen profitieren von diesem Ausbau?
Alle: Startups, KMUs, Grosskunden, ISVs, Service Provider. Wir möchten einen Beitrag leisten, um die Nutzung von innovativen Technologien zu demokratisieren. Es sollen nicht nur internationale Konzerne mit grossen IT-Budgets solche Lösungen benutzen können, im Gegenteil öffnet das komplette Cloud-Angebot in der Schweiz insbesondere auch den KMUs, ISVs und öffentlichen Organisationen die Möglichkeit, innovativste Lösungen zu benutzen – und dabei nur verrechnet zu bekommen, was auch effektiv benutzt wird.

Gibt es Angebote, die bisher noch nicht in der «Schweizer Cloud» verfügbar sind?
Bei Dynamics 365 werden weitere Applikationen über die nächsten Monate live geschaltet. Auch gibt es einige Azure Services, welche über die Zeit hinweg lokal implementiert werden. Die Roadmap wird laufend den lokalen Kundenprioritäten angepasst.

Was sind die weiteren Pläne und die Ziele von Microsoft Schweiz in diesem Bereich?
Die Microsoft Cloud wird kontinuierlich weiterentwickelt, allein für Azure wurden über die letzten 12 Monate über 1000 neue Funktionalitäten veröffentlicht. Neue Previews wie zum Beispiel Azure Purview für ein umfassendes Data Management und eine ganzheitliche Data Governance scheinen sehr vielversprechend. Solche Services werden typischerweise erst über die Zeit hinweg auch aus den Schweizer Datencentren verfügbar sein, je nach lokaler Nachfrage.

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