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"Was mich glücklich macht? Wiener Schnitzel und gute Arbeit abzuliefern"

ovo_rundMaximilian Janisch ist bekannt als Mathe-Genie und jüngster Student der Schweiz. Wir haben mit unserem biGENiUS-Botschafter darüber gesprochen, wie sehr IQ und Erfolg zusammenhängen, warum Mathe gerade in der IT-Welt so wichtig ist und wohin es ihn nach der Uni Zürich zieht.

 

Du hast mit 17 Jahren schon unglaublich viel erreicht. Was ist dein Motor?
Ich habe Freude an meinen Projekten und den Themen, mit denen ich mich beschäftige. Insbesondere habe ich grosse Freude an der Mathematik.

Du hast einen IQ von 149+. Welche Erfolge schreibst du deinem IQ zu, welche haben andere Gründe?
Der IQ ist vorwiegend ein Mass für den zu erwartenden Erfolg an der Schule und der Universität. Diesen Erfolg hatte ich auch 😊.

Was ist Intelligenz für dich?
Die Fähigkeit, bisher unbekannte Probleme zu lösen.

Dich oder andere Hochbegabte mit Gleichaltrigen zu vergleichen, ist kaum möglich. Wie siehst du dich im Vergleich mit Gleichaltrigen?
Ich bin ausserhalb meiner Tätigkeiten in Mathematik und Informatik meines Erachtens ein völlig normaler 17-Jähriger.

Was heisst das für dein soziales Leben, deine Freundschaften?
Meine Freunde sind im Durchschnitt einige Jahre älter als ich, insbesondere auch, weil sich wenige Gleichaltrige finden lassen, die sich z. B. für Differentialgeometrie interessieren. Ich bin aber mit meinem „sozialen Leben“ sehr zufrieden.

Du setzt dich auch für die Förderung Hochbegabter ein. Warum ist dir das ein Anliegen?
Es gibt ein ausserordentliches Begabungs-Potential in der Jugend, das nicht ausgeschöpft wird. Ausserdem denke ich, dass jedes Kind bzw. jede und jeder Jugendliche ein Recht hat, adäquat gefördert zu werden.

Was beschäftigt Maximilian Janisch abgesehen von Mathematik?
Ich liebe Fremdsprachen und Informatik, insbesondere Machine Learning.

Wie stehst du zu klassischen Interessen von Gleichaltrigen wie Musik, Fussball oder Ausgang?
Immerhin für Musik habe ich ein besonderes Interesse. Für Fussball beispielsweise eher weniger 😅.

Was würdest du anderen 17-Jährigen raten?
Macht euer eigenes Ding und lasst euch nicht entmutigen.

Du bist neben deinem Studium auch in der Industrie aktiv, schreibst Programme zur Prozessoptimierung und beschäftigst dich mit Machine Learning am Swiss Center for Electronics and Microtechnology (CSEM). Woran arbeitest du aktuell?
Richtig. Am CSEM arbeite ich an einem sehr spannenden Projekt dessen Ziel es ist, die Intensität der Sonneneinstrahlung anhand von Bildern des Himmels vorherzusagen. Am CSEM beschäftige ich mich allgemein primär mit Bildverarbeitung durch maschinelles Lernen.

Was fasziniert dich an Künstlicher Intelligenz?
Computer können dank der Fortschritte beim maschinellen Lernen Probleme lösen, die zuvor (für Computer) unlösbar waren. Selbst die Unterscheidung von Katzen- und Hundebildern (am 8. August, meinem Geburtstag, ist im Übrigen der Tag der Katze), für Menschen eine sehr einfache Aufgabe, war vor dem Fortschreiten der „künstlichen Intelligenz“ unmöglich.

Wie sind deine weiteren Pläne – beruflich und privat?
„Beruflich“ ist die Antwort leicht: Erst schliesse ich in einem halben Jahr meinen Master an der Uni Zürich ab, drei bis vier Jahre später schliesse ich dann meine Promotion ab, möglicherweise an der Uni Princeton. Zu „privat“ sage ich „Que sera sera.“

Warum Princeton?
Mein Mentor Camillo De Lellis wurde vor zwei Jahren an das Princeton Institute for Advanced Study berufen. An diesem Institut hat übrigens auch Albert Einstein 22 Jahre verbracht. Es ist als Forschungsinstitut in der Mathematik weltweit führend.

Hast du ein Vorbild?
Es gibt Dutzende Wissenschaftler, die äusserst bemerkenswerte und vorbildliche Leistungen erbracht haben. Als wichtiges Beispiel nenne ich Noam Chomsky: Er kann als Gründer der modernen Linguistik angesehen werden, aber er bringt sich auch politisch ein. Ich bin eingeladen, ihn nächstes Jahr in Tucson, Arizona zu besuchen.

Was macht dich glücklich?
Wiener Schnitzel und gute Arbeit abzuliefern.

Was ist schlimmer: Humorlosigkeit oder Dummheit?
Dummheit ist gefährlicher (und leider auch weit verbreitet 😅.)

Mathematik-Lehrerinnen und -Lehrer predigen immer, wie wichtig dieses Fach für das Leben ist. Wo siehst du die Bedeutung von Mathe im Leben?
Noch vor hundert Jahren konnten wir die abstrakten Resultate der Mathematik nur schwer oder gar nicht anwenden. Doch durch das Aufkommen von Computern ist die Menschheit in einer ganz neuen Lage: Plötzlich gewinnt die Mathematik massiv an Stellenwert im Alltag und wird fast überall eingesetzt. Wissen Sie beispielsweise, wie Ihre Mail zu mir gelangt ist?

Nein, wie denn?
Sagen wir, Sie schreiben eine E-Mail an max@muster.mann. Ihr ausgehender Mail-Server kontaktiert einen passenden DNS-Server, um die Mail-Adresse in eine IP-Adresse wie z.B. 07.31.127.255 zu übersetzen. Die Mail wird jetzt in viele kleine „Pakete“ zerteilt. Jedes Paket enthält die Adresse des Senders und des Empfängers. Durch relativ sophistizierte Algorithmen werden die Pakete über unterschiedliche Strecken „von Router zu Router“ dem Empfänger zugesandt. Dort angekommen kann die ursprüngliche Mail wieder rekonstruiert werden.

Gibt es etwas, das du nicht weisst, aber gerne wissen würdest?
In der Mathematik geht mir das jeden Tag so. Man kann Bibliotheken mit ungelösten Mathe-Problemen füllen. Schon fast berüchtigt ist z. B. die Collatz-Vermutung. Die Frage lautet: Wenn ich mit irgendeiner ganzen positiven Zahl starte (z. B. 5, 8, 17 oder 12345), und ich diese Zahl durch zwei teile, falls sie gerade ist, und mit drei multipliziere und eins addiere, falls sie ungerade ist, und diesen Prozess beliebig oft wiederhole, lande ich dann immer irgendwann bei 1? Die Frage ist seit 1937 unbeantwortet.

Könntest du für unsere Leserinnen und Leser eine – für eine erwachsene Person lösbare – Matheaufgabe stellen?
Einfach: Achill und die Schildkröte laufen auf einer Rennstrecke. Da Achill zehnmal so schnell wie die Schildkröte ist, erhält die Schildkröte einen Vorsprung von 100km. Wie weit läuft Achill, bis er die Schildkröte eingeholt hat?
Schwierig: Welche Seitenlängen darf ein Schachbrett haben, damit man es lückenlos mit der folgenden dreistufigen Pyramiden-Form pflastern kann?



Dies war eine Assessment-Aufgabe, als ich 10 Jahre war. Ich habe Nächte lang Pyramiden zusammengeklebt 😆.

Danke für das Gespräch, Maximilian! 

Maximilian Janisch (*2003) ist ein Schweizer hochbegabter Jugendlicher, der mit neun Jahren die Matura in Mathematik mit Bestnoten abgelegt hat. Er schliesst derzeit sein Masterstudium in Mathematik an der Universität Zürich ab. Maximilian ist Botschafter unseres Data Automation Tools biGENIUS. Mit biGENIUS kannst du schnell, smart und kosteneffizient deine Data-Analytics-Lösung erstellen und ohne grossen manuellen Aufwand zukünftige Änderungen umsetzen – und zwar unabhängig von Branche oder Unternehmensgrösse.
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