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Knowledge-Graphen: Das essenzielle Puzzlestück

selinabeyeler_rundZusammen mit der Technischen Hochschule Nürnberg und dem Fraunhofer Institut hat Trivadis Anfang 2018 eine vielversprechende Zusammenarbeit gestartet. Mit einer Pilotanwendung im Bereich Knowledge-Graphen konnten die Partner bereits den ersten grossen Erfolg verzeichnen. In unserem Interview erklärt Dr. Martin Zablocki von Trivadis, welche Relevanz Knowledge-Graphen für heutige Unternehmen haben, worum es in diesem Projekt genau ging und wo die Anwendung bereits zum Einsatz kommt.

Trivadis setzte zusammen mit der Technischen Hochschule Nürnberg und dem Fraunhofer Institut ein Projekt im Bereich Knowledge-Graphen um. Was macht dieses Thema so interessant?

Mehrwerte aus Daten entstehen nicht durch die reine Ansammlung in heutzutage weit verbreiteten Daten-Silos. Erst durch die Veredelung der Daten und Verschmelzung mit zusätzlichen Quellen entsteht eine wichtige Wissensbasis, die als Entscheidungsgrundlage für das Business herangezogen werden kann. Knowledge-Graphen versprechen, eine zentrale Schlüsselrolle in diesem Prozess einzunehmen, indem sie ein für das Data-Management bisher fehlendes, jedoch essenzielles Puzzlestück nachliefern: Ein intelligentes Wissensmanagement, welches beliebige Informationen aus aller Welt organisiert und daraus Wissen entstehen lässt. Das klingt zunächst sehr abstrakt, beschreibt aber letztlich einen hochgradig vernetzten Graphen, der uns in die Lage versetzt, wertvolle 360°-Sichten auf zum Beispiel Kunden, Technologien, Produkte und sogar ganze Wertschöpfungsketten zu modellieren. Sehr spannend hier ist insbesondere das Zusammenspiel mit modernen Maschine-Learning-Technologien. So dienen Knowledge-Graphen auf der einen Seite für viele Verfahren als wertvolle Quelle, um neue Modelle zu trainieren. Auf der anderen Seite unterstützen hochwertige, trainierte Modelle, Knowledge-Graphen in einer höheren Güte automatisiert zu erzeugen.

Wie kam es zur Zusammenarbeit und wie gestaltete sie sich?
Anfang 2018 wurde Trivadis vom Fraunhofer Institut und der Technischen Hochschule in Nürnberg angefragt, sie bei der Automatisierung einer Lösung zum «Trendmonitoring» zu unterstützen. In einer ersten Check-Up-Phase stellten wir fest, dass eine Automatisierung der Lösung zwar gut umzusetzen ist, aber dennoch im Kern menschliche Interaktionen erforderlich bleiben würden. So entstand die Idee, im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojektes, eine innovative Pilotanwendung zu erforschen und umzusetzen, mit der die Entwicklung von Märkten, Technologien und Branchen auf der ganzen Welt analysiert werden können. Trivadis unterstützte mit Spezialist*innen in Machine Learning, Data-Management, Knowledge-Graphen und Architekten, die in den regelmässigen Projekttreffen ihr Expertenwissen austauschten. Für den notwendigen Wissensaufbau aller Teilnehmer*innen führte Trivadis Workshops und Trainings remote sowie vor Ort durch. Das Fraunhofer Institut und die Hochschule Nürnberg übernahmen mit mehreren Professor*innen die Projektleitung und stellten wissenschaftliche Mitarbeiter*innen sowie Student*innen bereit, um unsere gemeinsam konzipierten Ansätze zu erforschen und zu erproben.

Welcher Nutzen lässt sich aus dem Projekt ableiten?
Ein präzises Verständnis über die Entwicklung von Märkten und Technologien im Kontext des eigenen Unternehmens bildet eine Schlüsselkomponente für den Erfolg. Das smarte Markt- und Technologiemonitoring nutzt hierfür Knowledge-Graphen als Kernelement, welches eine intelligente Verknüpfung und Harmonisierung von auf das Unternehmen zugeschnittene Datenquellen ermöglicht. Hierfür werden unstrukturierte Informationsquellen wie Nachrichtenfeeds und andere öffentlich verfügbare Textdokumente, wie beispielsweise Publikationen, Patente oder Artikel, automatisch textuell erfasst und mittels modernen KI-gestützten Verfahren in einem Knowledge-Graphen als zentralen Datenkern abgebildet. Dieser zentrale Datenkern repräsentiert das Wissen aus den vereinnahmten Datenquellen in einer strukturierten und auf Fakten basierten Weise. Aufbauend auf diesem sozusagen veredeltem Wissen werden für das Technologie- und Marktmonitoring unterschiedliche Trendanalyse-Tools, Reports und Applikationen entwickelt.

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Wofür kann die realisierte Anwendung nun konkret eingesetzt werden?
Typische Fragen, bei denen unsere Lösung hilfreiche Informationen bereitstellen kann, sind: Was für neue aufstrebende Technologien gibt es in einem bestimmten Branchensektor, beispielsweise ein neues Material für die Herstellung von Energiespeichern? Welche aufsteigenden Unternehmen könnten sich, basierend auf ihrer Produkt-Portfolio-Entwicklung, als neuer Zulieferer, Akquisitionsziel oder potenzieller Kunde eignen? Oder welche Unternehmen stehen in bestimmten Märkten in Konkurrenz und in welche Richtung entwickeln sie sich?

Kann die Anwendung bereits in der Wirtschaft zum Einsatz kommen?
Die Pilotanwendung wurde bei mehreren mittelständischen Unternehmen erfolgreich erprobt. Unserem Leitbild folgend, «Turning Data into Business», entwickelt Trivadis gemeinschaftlich mit ihren Partnern eine Cloud-basierte Plattform sowie mehrere Trendanalyse-Tools. Mit dieser Lösung werden bereits heute mehrere mittelständische Unternehmen in ihren spezifischen Themenfeldern mit einem systematischen Trendradar ausgestattet und die Ergebnisse in geschäftsrelevante Entscheidungsprozessen integriert.

Gibt es weitere Pläne für eine Zusammenarbeit in diesem Bereich?
Die fortwährende forschungsnahe Kooperation mit dem Fraunhofer Institut und der TU Nürnberg kombiniert mit der über 25-jährigen Erfahrung von Trivadis als Datenexperte, hat sich in den letzten Jahren bewährt. Sie ermöglicht es nicht nur, innovative cutting-edge-Technologien für das Trend-Monitoring zu erforschen und zu erproben, sondern auch nachhaltige Lösungen umzusetzen und diese langfristig zu betreiben. Wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit und sind gespannt, welche neuen Themenfelder wir in Zukunft gemeinsam angehen werden.

WILLST DU MEHR ÜBER DAS THEMA ERFAHREN? DANN MELDE DICH JETZT FÜR DEN VORTRAG VON MARTIN ZABLOCKI AM 9. DEZEMBER 2020 AN DEN IT-TAGEN AN.

Fehlt auch deinem Unternehmen noch ein essenzielles Puzzleteil? Gemeinsam entwickeln wir die passende Lösung für dich.

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Topics: Künstliche Intelligenz knowledge graph missing piece individualentwicklung