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Nur flexible und sichere Cloud-Strukturen führen aus der Marketing-Wolke in die Realität

„Cloud Computing hilft Unternehmen jeder Grössenordnung, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern. Ob Kleinstbetrieb oder Grosskonzern – Cloud Computing hat sich in aller Breite durchgesetzt.“ Das ist ein wichtiges Ergebnis des Cloud Monitors 2018, einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG unter 557 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland. So setzen acht von zehn Unternehmen (83 Prozent) mit mehr als 2.000 Mitarbeitern inzwischen auf Cloud-Dienste. In Unternehmen mit 100 bis 1.999 Mitarbeitern sind es 65 Prozent, ähnlich hoch wie bei kleineren Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern (66 Prozent). Die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) nutzte dabei Private-Cloud-Anwendungen, während fast ein Drittel (31 Prozent) auf Public-Cloud-Lösungen setzte.

Unser CTO Martin Wunderli, kommentierte das Thema Cloud anlässlich des Roundtable “IT meets Press: Multi-Cloud und Hybrid-Cloud in der Praxis”, der gestern auf der CeBIT in Hannover stattgefunden hat:

Martin_Wunderli_Trivadis „Ohne Frage ist der ‚alles-in-die-Public-Cloud-Hype‘ zu Ende oder genauer gesagt, beim Anwender hat es den in der 100-Prozent-Ausprägung nie gegeben. Das kann ich aus der langjährigen Erfahrung mit diversen Projekten bei Automobilkonzernen, Versorgungsunternehmen und Behörden mit Sicherheit sagen. Selbst die grossen Cloud-Anbieter, die das vor zehn Jahren noch propagiert haben, entwickeln mittlerweile Angebote, die sich an den realistischen Voraussetzungen orientieren. Denn an den Herausforderungen, die sich durch den Einsatz von Cloud-Anwendungen ergeben, hat sich in den letzten Jahren nichts geändert: technisch kommen wir an der Frage nach der Abhängigkeit von der Konnektivität zu und zwischen den Cloud-Umgebungen (ausreichend Bandbreite, kleine Latenzzeiten, Hochverfügbarkeit sowie modernes Identitiy und Access Management) nicht vorbei. Im IoT-Umfeld haben beispielsweise Microsoft mit Azure IoT Edge oder Amazon Web Services mit Greengrass folgerichtig reagiert, um eine Synchronisierung zwischen Daten in der Public Cloud, der Private Cloud und aus On-Premises-Umgebungen von Maschinen oder IoT-Sensoren zu erreichen.

Den Debatten rund um die Digitalisierung fehlt es an Glaubwürdigkeit

Solange wir in Deutschland noch ein Bandbreitendefizit haben und die Politik überzeugen müssen, fehlt es den Digitalisierungs-Debatten irgendwie an Glaubwürdigkeit – dies erscheint insbesondere bei Diskussionen um die Cloud und Industrie 4.0 vor dem Hintergrund von fliegenden Taxis und Überschall-U-Bahnen erwähnenswert.

Nichts geändert hat sich im Übrigen auch an dem mulmigen Gefühl, das Vorstände, Geschäftsführer, Unternehmer, IT-Verantwortliche und Administratoren befällt, wenn sie die physikalische Hoheit über ihre Daten abgeben. Wie gesagt, es handelt sich um ein Gefühl, aber mit jedem Datenleck, mit jeder Zero-Day-Lücke, mit jedem Ruf nach staatlichen Backdoors fühlen solche Leute sich in ihrem Gefühl bestätigt, wenn nicht sogar bestärkt. Auch wenn es aus meiner Sicht rational nicht begründbar bzw. widerlegbar ist.

Keine Backdoors für Staaten

Auch hier täte es im Übrigen der Politik gut, mit mehr Glaubwürdigkeit zu agieren. Auch die Guten können niemals ausschliessen, dass es in ihren Reihen Böse gibt. Von daher kann man nur dringend abraten, dem Staat Zugang via gesetzlich vorgeschriebenen Backdoors oder zentralen Schlüsseln zu geben – das gilt, ohne Misstrauen schüren zu wollen, übrigens für jeden Staat der Welt; das fordere ich für mein Herkunftsland, die Schweiz, genauso wie für Deutschland und die USA.

Vor diesem Hintergrund der technischen und emotionalen Rahmenbedingungen also erscheint es nahezu zwingend, dass sich Multi-Cloud- und Hybrid-Cloud-Strukturen entwickeln, die diese Herausforderungen besser adressieren als reine One-Public-Cloud-Lösungen. Das bringt uns als IT-Dienstleister und im Speziellen auch als Anbieter von Managed Services, der praktisch bei jedem Kunden direkt oder indirekt in ein Cloud-Projekt involviert ist, in eine gute, aber auch herausfordernde Position. Wir kennen die Clouds, am besten die von Microsoft und Oracle, wir haben aber auch Erfahrung mit AWS und Google. Wir müssen dem Kunden raten, was für seine Anforderungen am besten passt. Das ist das eine, das andere ist aber auch, den Blick auf die gesamte IT-Landschaft nicht zu verlieren; selten nur hat man es mit Stand-alone-Projekten zu tun, die Cloud muss sich also auch immer in die bestehende IT-Architektur einfügen. Und auch umgekehrt müssen Applikationen, wenn sie neu oder weiter entwickelt werden, zu bestehenden Cloud-Infrastrukturen passen.

Agile Methoden sind unabdingbar

Was sich ändert, ist damit vor allem die Vielfalt der Möglichkeiten und der Anforderungen: starre und eindeutige Lösungen gibt es kaum noch; Flexibilität ist gefragt, bei der Entwicklung, beim Ausrollen und Anpassen. Agile Projektmethoden als Elemente von DevSecOps sind unabdingbar geworden und gehören zwingend zur Digitalisierung, die praktisch immer mit Multi- und Hybrid-Cloud-Umgebungen arbeitet. 

ethan-weil-262745-unsplashPhoto by Ethan Weil on Unsplash

Im Übrigen handelt es sich dabei nicht nur um technisch-organisatorische Änderungen. Auch der Umgang mit unseren Kunden gestaltet sich neu: statt Auftragnehmer werden wir zu Partnern, zu Wissensvermittlern und zu Befähigern. Wir arbeiten in Teams gemeinsam mit dem Kunden und nicht mehr abgeschlossen im stillen Kämmerlein für unseren Kunden. Die sogenannten Silos, auch beim Kunden, öffnen sich − das müssen sie auch, wenn man mit dem Tempo, in dem Projekte in der heutigen Zeit ent- und abgewickelt werden, noch mithalten will.

Die Cloud – ob Public oder Private, Multi oder Hybrid – ist damit nicht nur Treiber der Digitalisierung, sondern auch selbst den Bedingungen der Digitalisierung unterworfen. Sie schafft einerseits die Grundlagen für die Digitale Transformation, andererseits muss sie sich als IT-Infrastruktur wiederum den Bedingungen der Digitalen Transformation anpassen; dafür ist sie perfekt geeignet, mehr als jede IT-Infrastrukturlösung in den letzten 40 Jahren.

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Das alles zeigt: Experten-Know-how ist unabdingbar, denn auch wenn Cloud-Lösungen unbestritten viele Vorteile besitzen, so müssen sie zum Unternehmen passen oder – von uns – für das Unternehmen passend gemacht werden. Die wolkigen Marketing-Sprüche sind, was sie sind, die Realität sieht anders aus.“

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Topics: Events Cloud Computing Kommentar