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Blockchain-Klassenbuch: Mit preisgekrönter Idee am Swiss Innovation Forum

Die Blockchain-Technologie wird in erster Linie mit der Krypto-Währung Bitcoin in Verbindung gebracht. Dabei gibt es viele weitere Anwendungsbereiche. Am Swiss Innovation Forum, der führenden Innovationskonferenz der Schweiz, die im November in Basel stattfand, stellte Trivadis eine mögliche Anwendung der zukunftsweisenden Technologie vor – mit viel Charme und einer Prise Humor.

Die Blockchain ist in aller Munde, die Wenigsten aber verstehen, was wirklich hinter diesem Buzzword steckt. Am Swiss Innovation Forum räumten die Trivadis-Experten Sven Lau, Alexander Papezik und Martin Schreiber in ihrer Breakout Session mit den Mythen auf und stellten ihr preisgekröntes Projekt «Students on the Blockchain» vor.

 

 

Im ersten Teil der Session erklärte Sven Lau die Blockchain-Technologie theoretisch. Mithilfe eines Flipcharts illustrierte er eine Blockchain-Transaktionshistorie, inklusive einer versuchten Fälschung und deren Folgen. Wenn man nämlich versuche, so die Trivadis-Experten, einen älteren Block zu verändern, kreiere man damit einen neuen Zweig an der Blockchain. Dieser habe allerdings keine Chance, verifiziert zu werden und somit zu «überleben», da immer nur die längste Kette an Blöcken als valide anerkannt werde.

SwissInnovationForum CopyrightAlexander Papezik illustriert die Blockchain (Bildrechte: ©SwissInnovationForum)

Students on the Blockchain

Nachdem alle die theoretischen Grundlagen verstanden hatten, ging es in den konkreten Anwendungsfall und die Trivadis-Experten stellten ihr Projekt «Students on the Blockchain» vor. Hier geht es darum, Klassenbücher und Notenhefte zu digitalisieren und sie zeitgleich in die Blockchain zu bringen. Entstanden sei die Idee, so erzählte Sven Lau den Teilnehmern, durch die Erzählung seiner Tochter über das einmal mehr verschwundene Klassenbuch. Ihre Antworten auf die Frage, was denn alles im Klassenheft stehe und wofür dieses gut sei, liessen ihn sofort an die Blockchain denken. Denn dort werden sensible personenbezogene Daten dokumentiert, wie Fehltage durch Krankmeldungen, Verhalten, Noten etc. Geboren war das Vorhaben, auf der Grundlage der Blockchain ein Klassenbuch zu entwickeln, das nicht mehr «verschwinden» kann.

Unveränderbar und fälschungssicher

Wie die Idee des Blockchain-Klassenbuchs letztlich umgesetzt wurde und jetzt in der Praxis funktioniert, erfuhren die Teilnehmer im Rahmen eines interaktiven Theaterstücks: Ein Zuschauer schlüpfte in die Rolle des Schülers, der eine Note bekam. Die wurde unter dem Namen des Schülers in das Klassenbuch eingetragen, also in die Blockchain-Datenbank gestellt. Der Vorteil der Blockchain-Datenbank gegenüber einer herkömmlichen Datenbank ist die Unveränderbarkeit der Einträge. Gleichzeitig müssen aber die Grundsätze der EU-Datenschutzgrundverordnung eingehalten werden, dort ist zum Bespiel das Recht auf Vergessenwerden formuliert.

Diese Herausforderung lösten die Trivadis-Experten durch eine Verschlüsselung mittels Hashing. Bei diesem Vorgang werden Formeln über die Einträge gelegt, mit denen diese in individuelle Nummernketten, sogenannte Hash-Werte, umgewandelt werden. Sie können nicht verändert werden und auch Rückschlüsse auf die Ausgangswerte sind nicht mehr möglich. Im Theaterstück sah das dann so aus: der Zuschauer, der die Person des Schülers verkörperte, wurde hinter eine Wand geführt – das Symbol für den Vorgang des Hashings – hervor kam ein Teddybär, der den gehashten Eintrag in der Blockchain darstellen sollte. Auch bei jedem weiteren Hashing kam ein Teddybär hervor. Das sollte zeigen, dass es immer der gleiche Eintrag war, der nicht verändert, sondern bloss verschlüsselt wurde.

Im Finale des Theaterstücks mussten noch die Manipulierbarkeit beziehungsweise Veränderbarkeit der bereits eingetragenen Daten auf den Prüfstand. Hier übernahm Martin Schreiber die Rolle des »Bösen»: Er tauschte den Schüler in der Datenbank durch eine andere Person aus. Beim nächsten Hashing kam anstatt eines Teddybärs ein schwarzes Plüschpferd hervor – so wurde sofort offensichtlich, dass der Eintrag verändert wurde.

Zahlreiche Vorteile

Ein Online-Klassenbuch in der Blockchain bietet zahlreiche Vorteile für die Schulverwaltung, die Lehrer und auch die Eltern: Durch die Blockchain-Technologie entstehen keine neuen Insellösungen mehr und die Schulen könnten miteinander interagieren. Wichtige Informationen werden mittels Blockchain-Technologie abgespeichert, sind somit fälschungssicher und können nicht vernichtet werden. Sämtliche Eintragungen im Klassenbuch sowie Schulnoten könnten den Eltern digital auf einer mobilen Applikation angezeigt werden. Sie könnten auch den Klassenschnitt einsehen und damit die Leistung ihres Kindes einschätzen. Auch die Krankmeldung des Kindes mittels App ist möglich.

Preisgekröntes Projekt

HDQ_Lean,Agile&ScrumGOLDBereits zweimal wurde das Projekt «Students on the Blockchain» mit einem Preis ausgezeichnet: auf dem Trivadis TechEvent im September 2018 gewann das Team um Alexander Papezik und Sven Lau für ihr Blockchain-Klassenbuch den Innovation Award, mit dem Trivadis jedes Jahr die innovativsten Ideen von Mitarbeitern mit einem massgeblichen Mehrwert für die Kunden würdigt. Weiterhin wurde diesem Projekt im Rahmen der Digital Economy Award Night im November 2018 ein Gold- Zertifikat in der Kategorie «Highest Digital Quality in Lean, Agile & Scrum» verliehen.

 

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Topics: Digital Business Transformation Innovation Team Agile Projekte Blockchain