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Balanceakt bei der DWH-Modernisierung

Bei der geplanten Modernisierung einer alternden Data-Warehouse-Infrastruktur (DWH) sehen sich viele Unternehmen mit einem schwierigen Dilemma konfrontiert. Denn obwohl die vorhandenen Lösungen im Kern funktionieren, Anwender unter Umständen nur einige Funktionalitäten vermissen, versuchen viele Lösungsanbieter, Unternehmen zum radikalen Austausch ihrer bestehenden Data Warehouses zu überreden. Viel angemessener ist aber meist eine ausgewogene Lösung aus Alt und Neu.

Alles auf Anfang?

ap_gregor_zeiler-3.jpgUm sachlich beurteilen zu können, ob das bestehende Data Warehouse (DWH) wirklich komplett ausgedient hat und die Investition in ein Neues nötig ist, sollten Entscheidungsträger sich erst einmal fragen: Was sind denn die tatsächlichen Anforderungen an analytische Daten-Management-Lösungen?

Die traditionellen DWH-Lösungen sind in den Unternehmen in der Regel darauf ausgerichtet, eine einheitliche Datenbasis («Single Point of Truth») zu schaffen. Doch angesichts des immer dynamischeren und volatileren wirtschaftlichen Umfelds erweist sich der Anspruch auf eine saubere Datenbasis zunehmend schwierig. Fragestellungen beispielsweise zu neuen Produktlinien, Unternehmenszukäufen oder auch zur Steuerung von Vertriebskampagnen müssen sehr kurzfristig beantwortet werden, da bleibt nicht immer Zeit zur vollständigen Bereinigung aller vorliegenden Informationen. 

Analytische Lösungen müssen heute also ebenso agil und flexibel sein, denn die Reaktionsfähigkeit des DWH ist für Unternehmen in diesem Zusammenhang ein zentraler Erfolgsfaktor.  Hier setzen die Befürworter für den Umstieg auf neue, dynamische DWH-Lösungen an: denn die traditionellen Technologien liefern zwar sauber konsolidierte, hochwertige und historisierte Daten, sind für die aktuellen Herausforderungen jedoch nicht immer agil und flexibel genug.

Lieber ein verantwortungsvoller Übergang

Muss aber wegen dieser vielen neuen Anforderungen die klassische DWH-Welt gleich komplett substituiert werden? Die Antwort lautet: nein. 

Bei einem verantwortungsvollen Übergang zu einem agileren und flexibleren DWH geht es mehr um das Ergänzen, Erweitern und Anreichern der bestehenden Lösungen und Architekturen als um ein komplettes Ersetzen. In einigen Bereichen macht auch das Kompensieren von Nachteilen Sinn: So kann ein sauber konsolidiertes traditionelles DWH durch die agile Unterstützung neuer Geschäftsanforderungen verbessert werden. Insgesamt sollten die entstehenden Lösungen folgende analytischen Kernanforderungen aus dem Geschäft erfüllen:

  • eine agilere Technik und Prozesse,
  • die Unterstützung von Selfservice-Funktionen im Unternehmen,
  • die Ermöglichung von Right-time-Prozessen (Near-Realtime) für mehr Aktualität der Daten im Vergleich zu reinen Batch-Abläufen,
  • vereinfachte Modellierung, Lösungsentwicklung und Qualitätssicherung.

Stoßrichtungen der Modernisierung

Die zukünftigen analytischen Daten-Management-Lösungen verbinden die Vorteile der traditionellen DWH-Welt mit diesen neuen Möglichkeiten. Zudem ergänzen sie auch die Datenhaltung mit Technologien zur Verarbeitung von unstrukturierten oder semistrukturierten Daten. Eine neue eierlegende Wollmilchsau gibt es aber nicht. Vielmehr gilt es, die Stärken verschiedener Ansätze zu kombinieren.

Logical Data Warehause (LDW) Konzept

Der wichtigste Punkt bei der Modernisierung des DWH ist es sicher, die Architektur grundsätzlich fit für die Zukunft zu machen. Daneben geht es um die Automatisierung und Industrialisierung, die Ermöglichung von Selfservice für Fachanwender sowie technische Verbesserungen. 

New Call-to-action

Fazit: Eine DWH-Modernisierung bedeutet nicht unbedingt das Ende der bewährten Lösungen. Vielmehr lassen sich diese meist mit zusätzlichen Tools ergänzen – und auch auf diese Weise das Potential der neuen analytischen Funktionen vollständig nutzen. So wichtig technische Quantensprünge auch sind: Die Verbesserungsmöglichkeiten stecken nicht nur in der Nutzung neuer Features, sondern auch in der Neugestaltung der Prozesse.

 

Der Artikel ist in einer ausführlichen Langfassung im Business Intelligence Magazine erschienen. Sie können ihn hier in voller Länge abrufen: https://www.bi-magazine.net/balanceakt.html  

 

Weiterführende Informationen

Topics: Data Warehouse Modernisierung