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Auf dass wir nicht vergessen

ana-round-finalDie Corona-Zeit hat uns eindrücklich gezeigt, wie neue Technologien unser Leben und Arbeiten völlig selbstverständlich erleichtern können. Sie hat aber auch klargemacht, dass der Mensch, der sie nutzt, entscheidend ist – und dass er niemals ersetzt werden kann. Es ist an uns, diese neu gewonnenen Einsichten beizubehalten.  

Die letzten anderthalb Monate haben uns alle in eine neue Realität katapultiert. Von jetzt auf gleich haben sich unser Radius genauso wie die Geschwindigkeit, mit der wir im Leben unterwegs gewesen waren, drastisch reduziert. High Speed ist zu Slow Motion geworden.

Unsere Arbeit haben wir, wo dies möglich war, ins Homeoffice verlegt. Neue Technologien und Lösungen haben uns dabei unterstützt, den Umstieg zu schaffen. Dank des digitalen Arbeitsplatzes – mit Internetzugang, Video-Telefonie und cloudbasierten Kollaborations-Tools – war es uns möglich, in Kontakt zu bleiben und auch dezentral gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Bei den einen oder anderen von uns hat sich die Arbeit im Homeoffice vielleicht sogar als effizient erwiesen, da sich das Pendeln und die häufigen Ortswechsel zwischen den Terminen plötzlich erübrigt haben.  

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Mensch vor Technologie

Dass uns neue Technologien beim Umstieg «unterstützt» haben, schreibe ich dabei bewusst – denn ohne gegenseitiges Verständnis und ohne Solidarität wäre eine solch schnelle und reibungslose Adaption an den Ausnahmezustand nicht möglich gewesen. Verständnis dafür, dass vielleicht auch einmal ein Hund in den Call reingebellt hat. Dass wir in der ganzen Unsicherheit und Isolation vielleicht auch etwas dünnhäutiger gewesen sind. Solidarität insofern, dass wir uns bei der Kinderbetreuung gegenseitig unter die Arme gegriffen haben. Dass wir die eine oder andere Aufgabe von der Kollegin oder dem Kollegen übernommen haben.

Und ganz jenseits der Arbeit: Dass wir auch an unsere betagten Nachbarn oder unsere Mitmenschen auf den griechischen Inseln und anderswo, die nicht im Schutz eines sicheren Daheims ausharren konnten, gedacht und sie vielleicht unterstützt haben.

Die Beispiele zeigen: Technologie allein ist kein Allheilmittel – entscheidend ist und bleibt der Mensch, der sie einsetzt.

Bleiben wir dabei

Ich wünsche mir, dass wir die positiven Erfahrungen mit neuen Technologien als Unterstützer in unserem Alltag beibehalten und ausbauen, genauso wie unser Verständnis und unsere Solidarität füreinander. Dass wir nicht nur in alte Muster zurückfallen und im Hochgeschwindigkeitszug mit Scheuklappen durch das Leben brettern. Dass wir die Vorfreude auf den nächsten warmen Händedruck, die derzeit bei vielen von uns aufgrund der verordneten Distanz gross ist, beibehalten und mit uns tragen. Und zwar nicht nur morgen, sondern auch übermorgen.

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Dass die Hoffnung über die Ernüchterung siegt. Dass es, bewusst polemisch gesprochen, nicht wird, wie der brillante Günter Kunert prophezeite: «Als der Mensch unter den Trümmern seines bombardierten Hauses hervorgezogen wurde, schüttelte er sich und sagte: Nie wieder. Jedenfalls nicht gleich.»

Nach fast zwei Monaten Kontaktsperre kommen nun schrittweise Lockerungen. Die nächsten Wochen werden zeigen, was vom Lockdown übrigbleibt und wie die Welt nach Corona aussieht. Zukunftsforscher Matthias Horx ist optimistisch: Er rechnet damit, dass sich vieles zum Besseren wenden wird – sofern wir (ein-)sehen, was wir aus der Corona-Zeit lernen können und auch müssen.

Vielleicht ist es aber eher so, wie es der deutsche Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg in seinen Sudelbüchern schrieb: «Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.»

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Topics: Essay DWP